Schule in Italien

Wie läuft das Schulleben in Italien ab? Und benutzen die Lehrer wohl viel Körpersprache, wie von den Italienern bekannt?

Das italienische Schulsystem beginnt mit dem Kindergarten, welchen das Kind besucht wenn es zwischen drei und sechs Jahre alt ist. Allerdings ist dieser keine Pflicht, aber n√ľtzlich, da die Kinder hier sozialen Kontakt zu Gleichaltrigen kn√ľpfen k√∂nnen und au√üerdem im fr√ľhen Alter Buchstaben und Zahlen kennenlernen.

Das richtige Schulleben beginnt dann mit der Grundschule, welche f√ľnf Jahre lang dauert. Danach wechselt man auf die sogenannte "Scuola secondaria di primo grado", also die "weiterf√ľhrende Schule erster (unterer) Klasse", welche man drei Jahre lang besucht. Die letzten 5 Jahre geht man auf die "weiterf√ľhrende Schule zweiter (oberer) Klasse". Hierbei kann der Sch√ľler jedoch zwischen verschiedenen Formen w√§hlen wie zum Beispiel dem Liceo, dem instituto technico und dem instituto professionale.

Das Liceo konzentriert sich auf akademische Fächer und ist eher theoretisch veranlagt. Hier kann man sich nochmal auf einen bestimmten Bereich konzentrieren, den man verstärkt lernen will. Das Liceo bereitet aktiv auf die Universität vor. Generell sind die Fächer hier bei allen Bereichen ähnlich, es gibt jedoch Kurse, die nur in den bestimmten Schulen angeboten werden. In der Liceo Classico gibt es zum Beispiel Altgriechisch, während es in der Liceo Linguistico neben Latein und Englisch noch 2 weitere Fremdsprachen im Curriculum gibt.

Die Instituto Technico bietet von Beginn der Ausbildung einen Fokus auf einen bestimmten Bereich. Es wird eine Kombination zwischen Praxis und Theorie angeboten, wodurch die Sch√ľler schnell F√§higkeiten entwickeln, die f√ľr die Arbeitswelt n√ľtzlich sind. Der Schwerpunkt, f√ľr den sie sich mit ca. 14 Jahren entscheiden, bestimmt die restliche Schullaufbahn, sowie das Studium an der Universit√§t. Im letzten Jahr ist oft ein Praxissemester inbegriffen, in welchem man schon einmal bestimmte Unternehmen und Jobs testen kann.

Die letzte M√∂glichkeit ist das Instituto Professionale. Hier wird der Sch√ľler auf das Arbeitsleben vorbereitet, anstelle der Universit√§t. Italiener, die hier zur Schule gehen, planen direkt nach dem Abschluss in das Arbeitsleben einzusteigen und nicht an einer Universit√§t zu studieren. Daf√ľr werden ihnen die F√§hgkeiten, die sie f√ľr einen sp√§teren Beruf brauchen, in der Schule beigebracht. Diese liegen meistens im handwerklichen, gastronomischen, landwirtschaftlichen und technischen Bereich. In einigen F√§llen ist es an dieser Schule auch m√∂glich, bereits nach 3 Jahren anstelle von 5, den Abschluss zu machen.

Der italienische Schultag beginnt um ca. 8:20. Es folgen 5-6 Schulstunden, welche 45 Minuten bis zu einer Stunde dauern können. Somit endet die Schule zwischen 1:20 Uhr und 2:20 Uhr.

Zudem gibt es je nach Schule zwischen 10:30 und 11:30 eine Pause von 15 Minuten, in der die Sch√ľler essen und sich unterhalten k√∂nnen.

Am Ende jeden Halbjahres bekommen die Sch√ľler ihr Zeugnis. Darauf werden sie mit Noten von 1-10 bewertet, wobei 1 die schlechteste Note und 10 die Beste ist.

Einmal im Monat findet an den italienischen Schulen eine Klassen- oder Schulversammlung statt. Hierbei versammeln sich alle Sch√ľler in der Aula und es werden verschiedene Angelegenheiten besprochen und diskutiert. Dazu geh√∂ren Beschwerden, aber auch Ausfl√ľge, die geplant werden m√ľssen. Die Sch√ľler haben also aktiv die M√∂glichkeit etwas an ihrer Schule zu √§ndern und Probleme mit allen zu besprechen.