USA

High School in den USA

Prom kennt jeder aus Film und Fernsehen - aber wie lÀuft es wirklich an einer amerikanischen High School ab?

Das Schulsystem wird in Amerika von jedem Bundesstaat selbst verwaltet und auch in den einzelnen Distrikten findet man bereits Unterschiede. Generell sind die Schulsysteme Deutschlands und der USA sehr verschieden. Es werden in den USA keine SchĂŒler leistungsbedingt auf verschiedene Schulen geschickt. DafĂŒr gibt es innerhalb der Schule einige Kurse, die man nur mit einem bestimmten Leistungsnachweis belegen kann (Honors Kurse).

Auch die schulische Laufbahn ist anders. In den USA geht man in der Regel zuerst in die Vorschule und dann in den Kindergarten. Danach beginnt das Schulleben mit der Grundschule (Klasse 1-4), gefolgt von der Mittelschule (Klasse 5-8) und schließlich der High School (Klasse 9-12). Allerdings ist auch diese Aufteilung von Staat zu Staat unterschiedlich.

Generell hat man jeden Tag die gleichen FĂ€cher, wodurch es einfach ist sich den Stundenplan zu merken. Je nach Schule belegt jeder SchĂŒler tĂ€glich 4-8 Kurse, die sich dann gegebenenfalls nach einem Semester oder Trimester wechseln. Einige Schulen haben auch das A/ B System eingefĂŒhrt, bei welchem sich die Kurse tĂ€glich abwechseln.

An sich ist die FĂ€cherauswahl in den USA riesig. Man kann nicht nur die bekannten FĂ€cher, wie Mathematik, Englisch und Geschichte belegen, sondern auch ausgefallenes wie Webpage Design und Architektur im Bereich Technik und Informatik oder Fotografie und Chor im Bereich der bildenden KĂŒnste.

Die genauen FĂ€cher, die an den High Schools angeboten werden, hĂ€ngen auch immer mit dem Bezirk zusammen, welcher die LehrplĂ€ne und Anforderungen fĂŒr ein High School Diploma erstellt.

Der Schultag beginnt in den USA generell immer zur gleichen Zeit und lĂ€uft bis in den Nachmittag. Allerdings startet der Tag an den meisten Schulen nicht mit der ersten Unterrichtsstunde, sondern mit dem „Home Room“. Dies ist eine Periode, in welcher die Anwesenheit geprĂŒft, Neuigkeiten bekannt gegeben und auch die „Pledge of Allegiance“ gesprochen wird.

Anschließend folgen je nach Schule und Schulsystem 4-8 verschiedene SchulfĂ€cher, die jeweils von einer kurzen Pause getrennt werden. Diese ist nötig, um den Raum zu wechseln, da in den USA jeder Lehrer seinen eigenen Raum hat. Außerdem macht man oft noch einen Stopp am „Locker“, also Spind, in dem man seine BĂŒcher, Sportkleidung und weitere Dinge verstaut.

TĂ€glich gibt es eine lĂ€ngere Pause, in welcher die SchĂŒler die Mensa besuchen und sich dort Essen kaufen oder auch selbst mitgebrachten „Lunch“ essen können. In vielen Schulen stehen auch Mikrowellen zur VerfĂŒgung, damit man sich zum Beispiel Essen vom Vortag aufwĂ€rmen kann.

Wenn es dann um ungefĂ€hr drei Uhr zum Schulende klingelt, bedeutet das fĂŒr viele SchĂŒler aber noch nicht das Ende des Schultages. Viele SchĂŒler nehmen noch an außerschulischen AktivitĂ€ten teil, die nicht nur sehr viel Spaß machen, sondern auch den Teamgeist fördern.

Die sogenannten „extracurricular activities“ werden in den USA besonders groß geschrieben. Sie finden meist tĂ€glich nach dem regulĂ€ren Unterricht statt und die reichen von SportaktivitĂ€ten ĂŒber Musik bis hin zu den Bereichen der Wissenschaft und Gemeinschaft. Generell ist eine „extracurricular activity“ etwas, das außerhalb des Unterrichts stattfindet und auch fĂŒr die Noten nicht relevant ist. Umso wichtiger sind sie jedoch fĂŒr die IdentitĂ€tsbildung der SchĂŒler. Außerdem stĂ€rken sie Teamwork und da es in vielen Bereichen Wettbewerbe gibt, entwickelt sich auch das GefĂŒhl, Teil der Schule und eines Teams zu sein, weil man von allen SchĂŒlern moralisch unterstĂŒtzt wird.

Was genau die Angebote sind, unterscheidet sich von Schule zu Schule, aber American Football, Basketball und Chearleading findet man eigentlich ĂŒberall.

An amerikanischen High Schools ist eine Kleiderordnung ĂŒblich. Es wird von den SchĂŒlern verlangt, dass sie keine zu aufreizende Kleidung tragen, sowie darauf achten, dass ihre Kleidung nicht vom Unterricht ablenkt. Außerdem beinhaltet es oft das Verbot von Kopfbedeckungen (außer diese wird aus religiösen GrĂŒnden getragen) und durchsichtiger oder löchriger Kleidung. Oft mĂŒssen SchĂŒler auch Kleidung tragen, die bis zu den Knien reicht und Oberteile, deren TrĂ€ger nicht zu schmal sind. An einigen privaten High Schools gibt es auch Schulkleidung oder Uniformen.

Im Vergleich zu deutschen Schulen sind die amerikanischen High Schools oft um einiges grĂ¶ĂŸer. Auch bei Schulen, die weniger SchĂŒler haben als deutsche Schulen, ist die genutzte FlĂ€che oft grĂ¶ĂŸer. Das liegt daran, dass bei der großen Auswahl an FĂ€chern entsprechende FachrĂ€ume vorhanden sein mĂŒssen und Schulen oft nicht mehr als zwei oder drei Stockwerke besitzen. Dazu kommen noch die zahlreichen SportplĂ€tze, die den Schulen gehören. So hat jede Schule ihren eigenen Football-, Fußball-, Baseball- und Leichtathletikplatz.

Außerhalb des SchulgebĂ€udes befinden sich auch Bus- und AutoparkplĂ€tze. Da es in den USA ab 16 Jahren erlaubt ist Auto zu fahren, kommen viele Juniors (11. KlĂ€ssler) und Seniors (12. KlĂ€ssler) mit dem Auto anstelle des Busses zur Schule.

Die Ausstattung ist in vielen Schulen modern. Außerdem sind Spinde in den weiten Fluren ĂŒblich, welche die SchĂŒler mieten und darin ihre Schulunterlagen verstauen können. Die Spinde sind meist mit einem Zahlenschloss gesichert.

Der sogenannte School Spirit ist in den USA ĂŒberall zu spĂŒren. SchĂŒler tendieren dazu, sehr patriotisch hinter ihrer Schule zu stehen. Dies sorgt fĂŒr einen engen Zusammenhalt zwischen den SchĂŒlern und auch den Lehrern. Dieses GefĂŒhl wird besonders durch die außerschulischen AktivitĂ€ten geprĂ€gt, sowie durch Sportevents, auf die die gesamte SchĂŒlerschaft regelmĂ€ĂŸg entgegen fiebert.

Shirts mit dem Schullogo zu tragen oder generell Merch der Schule zu besitzen ist ganz normal und ein Weg fĂŒr die Schule Geld einzunehmen, welches fĂŒr die Ausstattung oder besondere Veranstaltungen genutzt werden kann.

Jede Schule hat ihr eigenes Maskottchen. Dabei sind Tiere sehr beliebt. Auch die Schulfarben sind sehr wichtig und oft eine Kombination aus Silber, Gold oder Grau und einer anderen beliebigen Farbe. Mit diesen Tieren und Farben identifizieren sich nicht nur die Schule, sondern auch die SchĂŒler.

Die High School in den USA umfasst die 9. - 12. Klasse, deren SchĂŒler wie folgend genannt werden:

9. – Freshmen

10. – Sophomore

11. – Juniors

12. – Seniors 

In den USA werden die Noten durch Buchstaben ausgedrĂŒckt. Dabei richten sich die Buchstaben oft nach der Prozentzahl, die man in dem Kurs erreicht hat. Die genaue Prozentzahl und Differenzierung hĂ€ngt von den genauen Kursen ab.
Note Prozentzahl deutsche Note
A >90 sehr gut
B >80 gut
C >70 befriedigend
D >60 ausreichend/bestanden
F <60 mangelhaft/nicht bestanden

Zwei der wohl bekanntesten Ereignisse an amerikanischen High Schools sind Homecoming und Prom, die vor allem durch zhalreiche Filme berĂŒhmt geworden sind.

Homecoming ist viel mehr als nur ein Ball. Er wird generell fĂŒr alle Klassenstufen ausgerichtet und ist nicht so aufwendig, wie Prom. Das ist verstĂ€ndlich, da der zentrale Aspekt von Homecoming eben nicht der Tanz ist, sondern normalerweise das Homecoming Footballspiel. Dieses wird eingeleitet durch eine Spirit Week, die vergleichbar mit unseren Mottowochen ist. Außerdem gibt es oft eine Pep Rally, in der die verschiedenen Klassen gegeneinander antreten und eine Parade in der sich die Clubs und AGs der Schule prĂ€sentieren. In diesem Rahmen wird auch eine Homecoming Queen und meist auch ein Homecoming King gekrönt.

Prom hingegen ist ein Ball, der zum Abschluss des Schuljahres stattfindet. Hierbei ist es von Schule zu Schule unterschiedlich, ob er nur fĂŒr die Abschlussklasse, also die Seniors, oder auch fĂŒr die Juniors geplant ist. Oft gibt es einen eigenen Club, der sich das ganze Jahr mit der Planung des Balls befasst. FĂŒr die Finanzierung gibt es eigene Fund Raiser, um das nötige Geld zu verdienen. Außerdem mĂŒssen eine Location, ein DJ und vieles mehr gesucht und vor allem gefunden werden.

Im Bereich der Sicherheit sieht es in Amerika nicht viel anders aus, als in Deutschland. So gibt es SicherheitseinfĂŒhrungen und Feueralarmsimulationen. Was besonders ist, sind sogenannte Lock Downs. Diese treten auf, falls der Verdacht auf Drogen- oder Waffenmitnahme besteht. In solchen FĂ€llen darf niemand den Raum verlassen, um die Sicherheit zu garantieren und Massenpanik zu vermeiden. In einer solchen Situation rĂŒckt die Polizei oft mit mehreren Autos an und alles wird geordnet durchsucht.